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Codex Alimentarius: Neue Grenzwerte für glutenfrei

1. Was ist der Codex Alimentarius?

Der Begriff Codex Alimentarius kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt Lebensmittel-Regeln.

Als Codex Alimentarius wird der Lebensmittelstandard der Vereinten Nationen bezeichnet. Dieser stellt eine Sammlung von Richtlinien und Beschlüssen über die Lebensmittelsicherheit und Produktqualität der Codex-Alimentarius-Kommission dar. Die Codex-Alimentarius-Kommission ist ein gemeinsames Gremium zweier Organisationen der Vereinten Nationen: der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Der Codex Alimentarius wurde 1963 erstmals herausgegeben und geht dabei auf den Codex Alimentarius Austriacus zurück. Diese Kommission wurde 1891 in Österreich gegründet und hat ab 1910 erstmals einen Codex definiert.

Die heute gültige Richtlinie CODEX STAN 118-1979 CODEX STANDARD FOR FOODS FOR SPECIAL DIETARY USE FOR PERSONS INTOLERANT TO GLUTEN wurde dann 1983 erstmals beschlossen und seit dem zweifach überarbeitet.

Am 20. Januar 2009 trat die EU-Verordnung 41/2009 in Kraft, welche neue Grenzwerte für Glutenfrei-Produkte rechtssicher definiert.

2. Was hat sich geändert?

Neu ist der sogenannte duale Kodex. Das bedeutet, dass es nun zwei Stufen der Glutenfreiheit gibt:

  1. Glutenfrei dürfen sich alle Produkte nennen, die den bekannten Grenzwert von 20mg/kg (entspricht 20ppm) Gluten einhalten. Neu ist hier, dass dieser Grenzwert auch für Produkte mit Hafer und glutenfreie Weizenstärke gilt. Der gesonderte Grenzwert von 200ppm für glutenfreie Weizenstärke wurde also aufgehoben.
  2. Mit der Bezeichnung sehr geringer Glutengehalt dürfen Hersteller nun die Produkte benennen, die zwischen 21 und 100mg Gluten pro Kg (entspricht 21 -100ppm) Gluten enthalten. Hafer und glutenfreie Weizenstärke sind hier aber erst einmal ausgeschlossen. Lediglich bei speziell ausgewiesenen diätischen Lebensmitteln, dürfen hier auch Hafer und glutenfreie Weizenstärke enthalten sein.

Sowohl die Bezeichnung glutenfrei, als auch sehr geringer Glutengehalt müssen in der Nähe des Artikelnamens ausgewiesen werden.

3. Ab wann gelten die neuen Regelungen?

Der neue Codex Standard wurde bereits im August 2008 verfasst. Die EU hat nun mit der Verordnung 41/2009/EU – Zusammensetzung und Kennzeichnung von Lebensmitteln, die für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit geeignet sind, den Codex Alimentarius zum 20.01.2009 in geltendes Recht umgesetzt. Es gilt eine Übergangsfrist von drei Jahren, so dass spätestens zum 01.01.2012 alle Produkte den neuen Regelungen entsprechen müssen.


4. Was bedeuten die Änderungen für mich?

Erst einmal erhalten Sie zukünftig Lebensmittel der Kategorie glutenfrei, die strengeren Grenzwerten unterliegen und Ihnen damit insbesondere bei hoher Empfindlichkeit gegenüber Diätfehlern Sicherheit geben. Der neue Grenzwert sehr geringer Glutengehalt ist für Menschen mit einer geringen Empfindlichkeit gegenüber Gluten gedacht.

Es bleibt aber abzuwarten, ob es überhaupt Artikel für diese Kategorie geben wird, da damit ja jeder Hersteller einen Großteil seiner potentiellen Kunden nicht bedienen würde. Es wird sich vermutlich hierbei also um wenige Grenzfälle handeln. Die DZG wird zukünftig nur Artikel der Kategorie Glutenfrei (< 20 ppm) in die Aufstellung glutenfreier Lebensmittel aufnehmen.

Alle Infos zur Glutenfreien Weizenstärke finden Sie in unserem Blog-Beitrag “Wie ist das eigentlich mit der Glutenfreien Weizenstärke?”

Links:

Hinweis:
Dieser Artikel stellt keine Gesundheitsberatung dar. Sollten Sie unsicher sein, gehen Sie bitte zu einem Arzt oder Ernährungsberater.

6 Kommentare zu „Codex Alimentarius: Neue Grenzwerte für glutenfrei“

  • Norbert Gillmann sagt:

    Wie sieht das, nach Festlegung der neuen Grenzwerte für Hafer aus? Kann ich mich jetzt aus jedem Supermarkt mit z.B. Haferflocken bedienen, solange diese keine weiteren Zusätze von anderen Getreiden enthalten? Kann Hafermehl zum Backen (falls dieses sich dazu überhaupt eignet) verwendet werden?

  • Inax sagt:

    Hallo Norbert,

    bitte auf keinen Fall herrkömlichen Hafer verzehren!!!

    Bei dem hier angesprochenen Hafer handelt es sich um speziell angebauten Hafer, bei dem Kontaminationen weitgehend ausgeschlossen sind. Er wird mit seperaten Machinen geerntet, speziell gelagert, verpackt etc. Weiterhin besagt die neuen Regelung nur, dass Hafer enthalten sein darf, das Endprodukt muss dann den Grenzwert von 20ppm einhalten. Das bedeutet, dass im Produkt eventuel nur 10% Hafer o.ä. enthalten sind, um den Grenzwert nicht zu überschreiten. Wir werden in den nächsten Tagen das Thema Hafer noch in einem eigenen Beitrag vertiefen!

    Viele Grüße!

    Ingo

  • Norbert Gillmann sagt:

    Hallo Ingo,

    vielen Dank für den Hinweis und die Warnung, sonst hätte ich mich womöglich schon heute auf die erste Packung “Kölln´s Kernige”, die ich als Kind so gern mochte, gestürzt.
    Beste Grüße,
    Norbert

  • Ratzka Renate sagt:

    Hallo, habe eine Frage, habe Zöliakie und darf auch keine Spuren von Gluten UND WEIZEN essen.
    In Schweden glaube ich, gäbe es angeblich Hafer ohne Gluten und Weizen und 100 % frei mit durch-
    gestrichener Ähre. Stimmt das und wenn ja, wo kann man ihn denn bestellen? Denn durch die Zöliakie
    hat man schon viel mit Magen und Darmstörungen zu tun durch die jahrelange falsche Ernährung,
    da ich das nicht wußte aber diese Krankheit schon als Kind hatte, also bin so geboren worden.
    Denn es heißt doch immer, Hafer ist von Natur aus glutenfrei, kann man denn den Hafer oder
    das darausgemachte Mehl nicht auch wie andere 100 % glutenfrei machen? Das verstehe ich nicht
    so ganz.
    Für eine kurze Mitteilung wäre ich Ihnen sehr dankbar und grüsse Sie für heute
    recht herzlich
    Frau Ratzka aus Kelkheim Taunus.

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