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„Kann Spuren von Gluten enthalten…“

Einige unserer Produkte, wie z.B. die Cornflakes von Lima oder auch einige Ruf-Artikel, weisen auf den Produktverpackungen den Hinweis: „Kann Spuren von Gluten enthalten.“ aus. Insbesondere für Neubetroffene stellt dies eine Verunsicherung dar, die wir hier gerne auflösen möchten.

Laut der nun nicht mehr ganz so neuen Kennzeichnungsverordnung für verpackte Lebensmittel, gültig seit November 2005, sind Hersteller verpflichtet mögliche Allergene auszuweisen. Alle Zutaten müssen sowieso in absteigender Reihenfolge angegeben werden. Hervorgehobene Zutaten wie z.B. Schokolade bei Schoko-Croissants, müssen prozentual angegeben werden.

Eventuell versteckte Allergene (z.B. Weizenstärke als Bindemittel in Gewürzen, oder durch Kontamination über die Raumluft) müssen extra ausgewiesen werden. Hersteller müssen also einmal versteckte Allergene in den Zutaten herausfinden und zweitens mögliche Kontaminationen z.B. auch in der Abpackmaschine herausfinden. Für Gluten gilt lt. Codex Alimantarius der sehr geringe Grenzwert von 20ppm. (20 parts per million). Zur Verdeutlichung können Sie sich eine Strecke von 10km aus Zuckerwürfeln mit 1cm Kantenlänge vorstellen, lediglich 20 dieser Zuckerstücke dürften aus Gluten bestehen.

QUERFOOD glutenfrei leben prüft die tatsächlichen Kontaminationsrisiken unabhängig solcher Hinweise. Es kann sein, dass wir Hersteller nicht listen, obwohl diese laut Auszeichung als glutenfrei einzustufen wären. Wie im Fall der Lima Cornflakes, kann es aber auch sein, das Artikel mit dem Hinweis auf Spuren von Gluten in unserem Sortiment sind, wenn in einem persönlichen Gespräch die tatsächlichen Risiken als gering eingestuft wurden. Lima hat uns z.B. (natürlich nur telefonisch) versichert, dass es sich um einen rein rechtlichen Hinweis handelt, da das tatsächliche Risiko praktisch nicht existiert.

Leider gibt es auch heute noch Hersteller, die die Kennzeichnungsverordung nicht kennen, bzw. verfolgen. Es muss also leider davon ausgegangen werden, das insbesondere kleinere Hersteller diese Allergenhinweise trotz „Gefahr“ nicht ausweisen. Andererseits gehen viele Hersteller „auf Nummer sicher“ und weisen Allergene trotz geringer oder keiner Risiken aus. Andere Hersteller sind zu großzügig in der Bewertung Ihrer Risiken und geben Ihre Produkte als glutenfrei aus, obwohl es Risiken gibt. So sind einige Reissorten von Rapunzel zwar lt. Zutatenliste und Allergenausweis als glutenfrei einzustufen. Bei unserer Überprüfung des Rapunzel-Sortiments haben sich dann aber Zweifel ergeben, auch telefonisch wollte man uns die Glutenfreiheit nich bestätigen, so dass wir diese aus dem Sortiment genommen haben.

Fazit:
In den allermeisten Fällen, stellen diese ja eher günstigen Artikel eine mögliche Ergänzung der reinen Glutenfrei-Sortimente von Dr. Schär & Co dar.Letzendlich hängt es auch von Ihrem „Grad der Zöliakie“ ab; Wenn Sie eher empfindlich sind, sollten Sie diese Produkte eventuell meiden.

Ist Hafer glutenfrei?

Eine einfache Frage, deren Antwort leider etwas komplizierter ist.

Enthält „reiner“ Hafer Gluten?

Hier kommt das erste Jein: Vereinfacht ausgedrückt, scheinen die Eiweißbestandteile des Hafers nicht im gleichen Umfang für Zöliakiebetroffenene schädlich zu sein, wie die Eiweißbestandteile bekannter glutenhaltiger Getreidesorten. Deswegen sind die üblichen Nachweise des Glutens, die eben auf diese Eiweißbestandteile reagieren, nur bedingt geeignet Gluten nachzuweisen. Hafer enthält diese Eiweißbestandteile aber in geringerem Maß. (ca. 25% soviel wie in Weizen).

Wie erfolgt beim Hafer der Nachweis auf Glutenfreiheit?

Der Nachweis auf Gluten erfolgt beim Hafer mit Hilfe wissenschaftlicher Studien. Es gibt ca. 15 Studien, welche die Toxizität von Hafer bei Zöliakie untersucht haben. In diesen Studien werden Zöliakie-Patienten Haferproben oder Placebos zum Verzehr verabreicht. Anhand der körperlichen Reaktionen der entsprechenden Gruppe, kann dann eine Aussage über die Toxizität getroffen werden. Ca. die Hälfte der Studien hat den Verzehr von Hafer empfohlen, während die andere Hälfte der Studien davon abrät. Das zweite Jein also.

Warum gibt es so unterschiedliche Ergebnisse in den Studien?

Dies ist schwer zu sagen. Bei vielen Studien war die Quote der Studien-Abbrecher hoch. So werfen Kritiker den Pro-Hafer Studien vor, diese Studien-Abbrecher nicht nachverfolgt zu haben. Andere Kritiker werfen den Kontra- Studien vor, dass diese ja fast ausschließlich aus dem Süden Europas kommen. Dort gibt es Hersteller, die seit jeher Produkte ohne Hafer (+ glutenfreie Weizenstärke) herstellen. In Nordeuropa gibt es wiederum eher Hersteller, die diese Zutaten verwenden. Komisch ist also, dass es im Norden entsprechend eher Pro-Hafer-Studien gibt. So gibt es ein Nord-Süd-Gefälle, in dessen Mitte sich Deutschland befindet. Selbst in Deutschland kann man dieses Nord-Süd-Gefälle beobachten. Ausnahmen bestätigen die Regel: Auch aus Norwegen gibt es bereits Kontra-Studien. An dem zweiten Jein ist also nicht zu rütteln. 😉

Wie ist es rechtlich? Darf ein Hersteller Haferprodukte als glutenfrei verkaufen?

Laut dem neuen Codex Alimentarius Standard ist es erlaubt, auch Produkte mit Hafer glutenfrei zu benennen, wenn diese den Grenzwert von 20ppm einhalten. Dies muss in Analysen nachgewiesen werden. Diese Produkte müssen allerdings nicht komplett aus Hafer bestehen. Es können auch Hafer und andere Zutaten gemischt werden. Dies ist unserer Meinung nach aber kritisch, da der verwendete Test ja eben nicht auf die Eiweißbestandteile des Hafers anspricht, sondern auf die Eiweißbestandteile von Weizen ausgelegt ist. Das in diesen Tests also eine Toxizität nicht nachgewiesen werden kann ist nicht verwunderlich, da Hafer diese Bestandteile nur zu 25% enthält. (siehe erster Abschnitt)

Was sagt die Deutsche-Zöliakie-Gesellschaft?

Die DZG befürwortet den Verzehr von Hafer nicht, empfiehlt aber Zölikie-Betroffenen, die trotzdem Hafer essen möchten, nicht mehr als 50g pro Tag zu essen und dies nur unter ärztlicher Aufsicht. Wichtig ist, dass dies speziell angebauter und verarbeiteter Hafer sein muss, um Kontaminationen mit anderen Getreiden zu vermeiden. In Skandinavien wird dies über Felder geregelt, die in Mitten von Wäldern und fernab anderer Felder bestellt werden. Es müssen spezielle Erntemaschinen, Mühlen Verpackungsmaschinen etc. hierfür verwendet werden. Auf keinen Fall darf herkömmlicher Hafer verzehrt werden, da dieser kontaminiert sein kann.

Wird QUERFOOD glutenfrei leben Hafer-Produkte listen?

Jein! Querfood wird im Sinne einer sicheren glutenfreien Ernährung vorerst keine Haferprodukte listen. Haferprodukte im Sinne des oben erwähnten neuen Codex Alimentarius, sind uns auch (noch) nicht bekannt. Wir haben bereits Muster von „sauberem“ Hafer und auch von Haferkeksen verkostet. Inwieweit diese aber dem neuen Codex entsprechen ist noch unklar.

Fazit
:

Sozusagen ein Doppel-Jein 😉 Reinen Hafer an sich kann man vermutlich als Glutenfrei bezeichnen. Auch dies ist aber abschließend nicht geklärt. Auch wissenschaftliche Studien konnten bisher keine eindeutige Empfehlung geben. Durch die hohen Kontaminationsrisiken darf aber auf keinen Fall normaler Hafer verzehrt werden.

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Update 09.06.2010:

Aufgrund der zunehmenden Nachfrage nach glutenfreien Haferprodukten und vielen persönlichen Gesprächen z.B. auf Messen und in unserem Lagerverkauf, haben wir uns nun entschlossen, Haferprodukte die speziell glutenfrei angebaut und hergestellt werden, zu listen.

Alle diese Artikel sind deutlich gekennzeichnet, so dass auch Neubetroffenen sich erst eine eigene Meinung zu diesem Thema bilden können. Den Anfang machen wir mit dem glutenfreien Hafermehl und verschiedenen Haferbreien von Provena.

Weitere wie Produkte wie Haferknäcke, Haferkekse etc. werden folgen.

Codex Alimentarius: Neue Grenzwerte für glutenfrei

1. Was ist der Codex Alimentarius?

Der Begriff Codex Alimentarius kommt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt Lebensmittel-Regeln.

Als Codex Alimentarius wird der Lebensmittelstandard der Vereinten Nationen bezeichnet. Dieser stellt eine Sammlung von Richtlinien und Beschlüssen über die Lebensmittelsicherheit und Produktqualität der Codex-Alimentarius-Kommission dar. Die Codex-Alimentarius-Kommission ist ein gemeinsames Gremium zweier Organisationen der Vereinten Nationen: der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Der Codex Alimentarius wurde 1963 erstmals herausgegeben und geht dabei auf den Codex Alimentarius Austriacus zurück. Diese Kommission wurde 1891 in Österreich gegründet und hat ab 1910 erstmals einen Codex definiert.

Die heute gültige Richtlinie CODEX STAN 118-1979 CODEX STANDARD FOR FOODS FOR SPECIAL DIETARY USE FOR PERSONS INTOLERANT TO GLUTEN wurde dann 1983 erstmals beschlossen und seit dem zweifach überarbeitet.

Am 20. Januar 2009 trat die EU-Verordnung 41/2009 in Kraft, welche neue Grenzwerte für Glutenfrei-Produkte rechtssicher definiert.

2. Was hat sich geändert?

Neu ist der sogenannte duale Kodex. Das bedeutet, dass es nun zwei Stufen der Glutenfreiheit gibt:

  1. Glutenfrei dürfen sich alle Produkte nennen, die den bekannten Grenzwert von 20mg/kg (entspricht 20ppm) Gluten einhalten. Neu ist hier, dass dieser Grenzwert auch für Produkte mit Hafer und glutenfreie Weizenstärke gilt. Der gesonderte Grenzwert von 200ppm für glutenfreie Weizenstärke wurde also aufgehoben.
  2. Mit der Bezeichnung sehr geringer Glutengehalt dürfen Hersteller nun die Produkte benennen, die zwischen 21 und 100mg Gluten pro Kg (entspricht 21 -100ppm) Gluten enthalten. Hafer und glutenfreie Weizenstärke sind hier aber erst einmal ausgeschlossen. Lediglich bei speziell ausgewiesenen diätischen Lebensmitteln, dürfen hier auch Hafer und glutenfreie Weizenstärke enthalten sein.

Sowohl die Bezeichnung glutenfrei, als auch sehr geringer Glutengehalt müssen in der Nähe des Artikelnamens ausgewiesen werden.

3. Ab wann gelten die neuen Regelungen?

Der neue Codex Standard wurde bereits im August 2008 verfasst. Die EU hat nun mit der Verordnung 41/2009/EU – Zusammensetzung und Kennzeichnung von Lebensmitteln, die für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit geeignet sind, den Codex Alimentarius zum 20.01.2009 in geltendes Recht umgesetzt. Es gilt eine Übergangsfrist von drei Jahren, so dass spätestens zum 01.01.2012 alle Produkte den neuen Regelungen entsprechen müssen.


4. Was bedeuten die Änderungen für mich?

Erst einmal erhalten Sie zukünftig Lebensmittel der Kategorie glutenfrei, die strengeren Grenzwerten unterliegen und Ihnen damit insbesondere bei hoher Empfindlichkeit gegenüber Diätfehlern Sicherheit geben. Der neue Grenzwert sehr geringer Glutengehalt ist für Menschen mit einer geringen Empfindlichkeit gegenüber Gluten gedacht.

Es bleibt aber abzuwarten, ob es überhaupt Artikel für diese Kategorie geben wird, da damit ja jeder Hersteller einen Großteil seiner potentiellen Kunden nicht bedienen würde. Es wird sich vermutlich hierbei also um wenige Grenzfälle handeln. Die DZG wird zukünftig nur Artikel der Kategorie Glutenfrei (< 20 ppm) in die Aufstellung glutenfreier Lebensmittel aufnehmen.

Alle Infos zur Glutenfreien Weizenstärke finden Sie in unserem Blog-Beitrag „Wie ist das eigentlich mit der Glutenfreien Weizenstärke?“

Links:

Hinweis:
Dieser Artikel stellt keine Gesundheitsberatung dar. Sollten Sie unsicher sein, gehen Sie bitte zu einem Arzt oder Ernährungsberater.

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